SRAM vs. Shimano – eine persönliche, technisch eingeordnete Sicht
SRAM oder Shimano – dieses Thema sorgt seit Jahren für Diskussionen im MTB- und eMTB-Bereich. Vorweg: Dieser Bericht stellt meine persönliche Erfahrung und Meinung dar und erhebt keinen Anspruch auf absolute technische Allgemeingültigkeit. Beide Systeme haben ihre Stärken und Schwächen und erfüllen ihren jeweiligen Zweck zuverlässig.
Ich selbst tendiere inzwischen klar zu SRAM, und das aus mehreren Gründen. Ich bin sowohl SRAM als auch Shimano über längere Zeit gefahren. Shimano ist bekannt für eine sehr direkte, knackige Schaltcharakteristik, die vielen Fahrern ein klares Feedback bietet. Mir persönlich war dieses Schaltgefühl auf Dauer jedoch etwas zu hart. Ich bin lange davon ausgegangen, dass dieses Verhalten systembedingt „normal“ sei.
Erst bei meinem ersten Eigenbau, bei dem ich auf SRAM Eagle gesetzt habe, änderte sich dieser Eindruck deutlich. Die Schaltung überzeugte mich durch eine hohe Laufruhe und ein sehr weiches, kontrolliertes Schalten, auch unter Last. Diese Charakteristik entspricht meinem Fahrstil besser, weshalb ich heute bevorzugt SRAM-Schaltgruppen verbaue.
Meine letzte mechanische Shimano-Schaltgruppe wurde inzwischen durch eine elektronische SRAM AXS ersetzt.
Technisch betrachtet fahre ich aktuell allerdings keine reinrassige Systemgruppe:
Am SW.ONE kommt eine Kombination aus SRAM GX Eagle AXS Schaltwerk (Elektrisch) und SRAM GX Kette in Verbindung mit einer Shimano XT Kassette zum Einsatz. Diese Kombination ist herstellerseitig nicht offiziell freigegeben, funktioniert in der Praxis jedoch erstaunlich gut. Ursache dafür dürfte unter anderem die sehr präzise Feineinstellung der Schaltung über die AXS-App sein, mit der sich die Kettenposition extrem exakt anpassen lässt.
Ob eine vergleichbare Kombination mit einer rein mechanischen Schaltung in gleicher Qualität und Langzeitstabilität funktioniert, lässt sich daraus allerdings nicht pauschal ableiten.
Ein weiterer Punkt, der für mich persönlich für SRAM spricht, ist die größere Offenheit gegenüber Drittanbietern. Shimano verfolgt insbesondere bei Schnittstellen wie MicroSpline ein vergleichsweise restriktives Lizenzmodell. Diese Lizenzkosten und technischen Vorgaben wirken sich häufig auf die Preise kompatibler Komponenten aus.
Das zeigt sich unter anderem bei Laufrädern:
In vielen Fällen ist ein identisches Laufrad mit Shimano MicroSpline Freilauf spürbar teurer als die Variante mit SRAM XD Freilauf. Dies ist keine absolute Regel, aber eine in der Praxis häufig beobachtbare Marktgegebenheit.
Abschließend bleibt festzuhalten:
Die Wahl zwischen SRAM und Shimano ist und bleibt eine Frage des persönlichen Geschmacks, des Fahrstils und des Einsatzbereichs.
Ich selbst bin bei SRAM hängen geblieben – vor allem wegen:
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der Laufruhe
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des Schaltverhaltens
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der vergleichsweise hohen Systemoffenheit
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und der für mich oft besseren Preisstruktur
Unabhängig davon gilt:
Ob SRAM, Shimano oder ein anderer Hersteller – entscheidend ist, dass das System korrekt eingestellt ist und zum Fahrer passt. In diesem Sinne wünsche ich jederzeit gute Fahrt